Was Sie schon immer über Sonnenbrillen wissen wollten

Eine Sonnenbrille ist eine Brille mit getönten oder ungetönten Gläsern. Ihr Zweck ist es, die Augen vor unangenehmen oder schädlichen Auswirkungen des Sonnenlichtes zu schützen. Die optimale Sonnenbrille blockiert alle Wellenlängen unterhalb von 400nm (UV-A, -B, -C). Zusätzlich sollte sie den Blauanteil des sichtbaren Lichts zwischen 400 und 470nm auf deutlich unter 10% reduzieren.

Eine Sonnenbrille ist eine persönliche Schutzausrüstung im Sinne der EG-Richtlinie 89/686/EWG. Die technische Norm für Sonnenbrillen ist die DIN EN 1836 von 1997. Nach dieser Norm werden Sonnenbrillen in folgende Filterkategorien eingeteilt.

Außerhalb der Norm:
Lichttransmissionsgrad 3% (extrem dunkle Gletscherbrille)

Kategorie 4
Lichttransmissionsgrad 8% (sehr dunkel getönt)

Kategorie 3
Lichttransmissionsgrad 18% (dunkel getönt)

Kategorie 2
Lichttransmissionsgrad 43% (mittelstark getönt)

Kategorie 1
Lichttransmissionsgrad 80% (leicht getönt)

Kategorie 0
Lichttransmissionsgrad 100% (farblos oder ganz leicht getönt)

Nur Sonnenbrillen der Kategorien 0 bis 3 sind für die Benutzung im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Sonnenbrillen, auch normgerechte, sind nicht für die direkte Sonnenbeobachtung oder zum Schutz bei Schweißarbeiten geeignet. Hierfür sind spezielle Sonnenbeobachtungsfilter und Schweißerbrillen bzw. -masken zu verwenden.

Die Gläser Mineralglas oder leichtes CR39 bzw. bruchsicheres Polyacryl) sind je nach Mode in folgenden Farben eingefärbt: Braun (klassisch), Grün, Grau, Blau, Gelb, Rot etc. Die klassische braune Einfärbung bewirkt die geringsten Farbverfälschungen und bietet einen Schutz vor blauem Licht. Blau gefärbte Gläser sind ein reiner Modeartikel und hinsichtlich der Schutzwirkung nicht akzeptabel. Zusätzlich sind auch verlaufende Verspiegelungen möglich.

Außerdem gibt es transparentes Glas, das auf Licht (besonders den UV-Anteil) reagiert, so genanntes phototropes Glas. Die Phototropie basiert auf einer reversiblen Transformation eingelagerter silberhalogenidhaltigen Ausscheidungen. Bei dem Vorgang wird das Glas eingefärbt. Je nach Halogenidart im Glas können verschiedene Farben erzeugt werden. Braune oder graue phototrope Gläser werden für die Herstellung von Sonnenbrillen verwendet, die bei großer Helligkeit von allein (rasch) dunkler und bei nachlassender Helligkeit (langsamer) wieder durchsichtiger werden. Der Geschwindigkeitsunterschied beruht darauf, dass sich ein Gleichgewicht zweier gegenläufiger Reaktionen einstellt: Das Dunkelwerden verläuft in einer Reaktion 0. Ordnung (jedes einfallende, in der Wellenlänge geeignete Lichquant bewirkt eine Molekülumwandlung). Dagegen ist der umgekehrte Prozess eine von der Temperatur abhängige Reaktion 1. Ordnung die nach einer Funktion abläuft (in gleichen Zeiten reagieren gleiche Anteile, vgl.Halbwertszeit). Diese Eigenschaften haben zur Folge, dass sich solche Brillen für das Autofahren nicht so gut eignen, wenn die Helligkeit in schneller Folge wechselt (bei einer Tunneleinfahrt bleibt die Brille zu lange dunkel). Bei großer Kälte und großer Helligkeit (im Winter bei Schnee) ist die Brille schwarz; langsam klar wird sie bei Dunkelheit, schnell geht das unter warmem Wasser.